Karpfenarten

Schuppenkarpfen

Schuppenkarpfen

Der Schuppenkarpfen war die erste Zuchtform des Karpfens. Er ist an den Seiten komplett beschuppt und hat in der Regel eine etwas länglichere Form als der Spiegelkarpfen. Jedoch ist dies natürlich nicht immer so. Der Schuppenkarpfen wächst von allen anderen Karpfenarten am schnellsten und ist auch gegenüber Krankheiten am besten geschützt.

Schon im Mittelalter waren Karpfen als Speise sehr beliebt und wurden vor den Burgen in Teichen und Gräben gezüchtet. Der Schuppenkarpfen war zwar aufgrund seiner Eigenschaften resistenter gegen Karpfenkrankheiten, jedoch musste man ihn entschuppen bevor man in verzehren konnte. Dies war sehr aufwendig und man hatte noch nicht das nötige Werkzeug wie heute. Daher hat man eher Spiegelkarpfen (Lederkarpfen) gezüchtet, da diese keine Schuppen hatten.

-> Karpfen Steckbrief

Weitere Merkmale:

  • Rüsselmaul (gut geeignet um Nahrung vom Boden zu saugen)
  • Maximales Alter ca. 40 Jahre (vereinzelt auch mehr)
  • Große Schuppen (überdecken den ganzen Fisch)
  • Leben in warmen, langsam fließenden oder stillen Gewässern
  • Laichzeit Mai bis Juli
  • Fangmethoden: Selbsthakmontage, Posenmontage oder an der Oberfläche
  • Mögliche Köder: Boilies, Mais, Teig, Brot, Pellets, Würmer oder Maden

Spiegelkarpfen hege fishing

Spiegelkarpfen

Der Spiegelkarpfen (auch Lederkarpfen genannt) wurde ursprünglich als Nahrung für den Menschen gezüchtet. Da die Schuppenkarpfen zu viele Schuppen hatten und man diese vorher entfernen musste, züchtete man Spiegelkarpfen, um sich diese Arbeit zu ersparen. Auffällig bei Spiegelkarpfen ist sein relativ hoher Rücken. Diesen haben zwar nicht alle Spiegelkarpfen, jedoch viele. Sie leben in stillen oder leicht fließenden Gewässer mit reichlich Nahrung wie Pflanzen, Muscheln oder Kleintieren.

Spiegelkarpfen haben die Besonderheit, dass sie zum Teil kleine einzelne goldene Schuppen haben. Meistens unter der Rückenflosse, manchmal auch mitten auf dem Fisch. Je schöner und ästhetischer diese goldenen Schuppen angeordnet sind, desto höher ist das Ansehen des Fisches. Solche Schuppen finden wird allgemein bei Karpfenarten im Bereich der Koikarpfen.

Weitere Merkmale:

  • Laichzeit dauert 1-2 Monate (MaiJuli)
  • Rüsselmaul (gut geeignet um Nahrung vom Boden zu saugen)
  • Maximales Alter ca. 40 Jahre (zum Teil auch mehr)
  • Wenige Schuppen (können goldig sein)
  • Große Augen (zum Teil)
  • Mögliche Köder: Boilies, Mais, Teig, Brot, Pellets, Würmer und Maden
  • Fangmethoden: Selbsthakmontage, Posenmontage oder an der Oberfläche

Die Fangmethoden, das Rüsselmaul, das maximale Alter und die möglichen Köder sind bei Schuppen- und Spiegelkarpfen komplett gleich, da sich diese beiden Karpfenarten nur im Aussehen unterscheiden.

 


zeilkarpfen karpfenart

Zeilkarpfen

Der Zeilkarpfen ist im Prinzip ein Spiegelkarpfen mit einer bestimmten Anordnung von Schuppen. Diese Schuppen sind goldig und gehen vom Kopf bis zum Schwanz des Karpfens durch. Daher auch der Wortlaut “Zeile”. Die Schuppen gehen wie eine Zeile durch den Fisch.

Einen Zeilkarpfen zu fangen ist etwas ganz besonderes und das passiert auch nicht alle Tage. Man kann sich vorstellen, dass unter so vielen Karpfenarten ein Fisch mit einer so speziellen Anordnung der Schuppen sehr selten ist.

Es gibt auch Koikarpfen, die “Zeilkarpfen” sein können. Wenn ein Koikarpfen seine Schuppen genau in einer Zeile hat, ist er ebenfalls ein Zeilkarpfen.

Somit kann man sagen, dass ein Zeilkarpfen keine richtige Karpfenart ist, jedoch allgemein darunter gezählt wird. Daher ist dies gut zu wissen.


Koikarpfen

Der Koikarpfen kommt ursprünglich aus Asien und ist mir einer der buntesten Karpfen. Das Wort „Koi“ leitet sich von dem japanischen Wort „Nishikigoi“ ab, was „Brokatkarpfen“ bedeutet. Dies deutet auf die auffälligen Farben des Fisches hin. Ein Koikarpfen lebt am besten in Seen oder Teichen, in denen sie problemlos überwintern können.

Doch wie kommen Koikarpfen in unsere Gewässer?

Der genaue Grund dafür ist unbekannt und man kann nur vermuten. Der wohl am nahesten liegende Grund ist, dass Teichbesitzer die Koikarpfen einfach in andere Gewässer versetzten. Das kann Folgen für den Fisch und für das Gewässer haben. Der Koikarpfen kann Krankheiten haben und das Gewässer damit verseuchen. Oder der Koi überlebt nicht lang in dem Gewässer, weil er nicht mehr gefüttert wird, sondern sich seine Nahrung selber suchen muss. Wenn ein Karpfen Jahre lang gefüttert wurde und dann plötzlich in die Wildnis ausgesetzt wird ist es klar, dass er seine Probleme haben wird.

Weitere Merkmale:

  • Nahrung: Krebse, Muscheln und Insekten
  • Kann bis zu 50 Jahre alt werden
  • Mögliche Farben: Weiß, Grau, Gold, Silber, Orange, Rot, Grün und Blau
  • Hat viele Schuppen

Körperform des Karpfens (allgemein)

Karpfen körperform

Die meisten Karpfen sind länglich gebaut, können jedoch einen hohen Rücken (auch „Buckel“ genannt) haben. Solche Buckel können sowohl bei Schuppenkarpfen, als auch bei Spiegelkarpfen vor kommen. Allgemein zählen Karpfen mit hohen Rücken als etwas “Besonderes” in der Angel Szene, da sie etwas seltener sind als längliche. Grundsätzlich sagt dies nichts über die Karpfenart aus, sondern ist nur eine individuelle Körperform eines Karpfens.